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Bericht aus China — Die Frau mit den Goldenen Händen (3)

Heute arbeiten beide in der hoch angesehenen Massage-Klinik von Dr. Xie Mingfang (52) in der acht Millionen Menschen zählenden Metropole Suzhou. Als eine der reichsten Städte an Chinas Ostküste rief Suzhou 1984 ein spezielles Arbeitsprogramm für Blinde ins Leben. Gemeinsam mit der sehbehinderten Ärztin Ma Qinfang und Regierungskrediten eröffnete Dr. Xie als einer der ersten eine Klinik, in der ausschließlich Blinde arbeiteten.

Inzwischen sind die Regierungskredite längst abgezahlt. Xie und Ma arbeiten mit zwölf Angestellten erfolgreich auf privater Basis.

Das bedeutet für Dr. Lu und Dr. Gu eine Arbeitszeit von 13 Stunden täglich mit je einer halben Stunde Pause für Mittag- und Abendessen. Nur ein Tag in der Woche ist frei, das Wochenende über wird durchgearbeitet.

Traditionell werden einstündige für 50 Yuan, umgerechnet 5 Euro angeboten. Mit Gehältern zwischen 3000 und 6000 Yuan (300 bis 600 Euro) im Monat zählen die blinden Ärzte zu den Besserverdienenden in China. Zum Vergleich: Ingenieure kommen auf rund 5000 Yuan im Monat, ein normaler Fabrikarbeiter erhält 1000 Yuan (100 Euro).

Einmal im Jahr lädt Klinikbesitzer Xie seine Mitarbeiter zur Belohung zu einem zweitägigen Ausflug ins nahe Umland ein. Eine Tradition, die die Blinden besonders schätzen, bietet es Ihnen oft die einzige Möglichkeit, dem Alltagstrott zu entfliehen, ohne auf fremde Hilfe angewiesen zu sein. Abwechslung bringt ansonsten nur das Radio oder das monatlich in Blindenschrift erscheinende Magazin der ärztlichen Massagevereinigung. Einen Computer ausgestattet mit spezieller Audio-Software für Blinde können sich die Ärzte nicht leisten.

Tag ein, Tag aus helfen die Blinden mit sanften Bewegungen und Griffen spezielle Meridiane (Akupunkturpunkte) bei ihren Patienten zu stimulieren. Ihr besonders ausgeprägter Tastsinn lässt sie mühelos kleinste Muskel Veränderungen aufspüren.

Dr. Lu Jing, die, wie nur Wenige in China, perfekt Englisch spricht, hat ihren festen Stammkundenkreis, zu dem auch Ausländer gehören. „Die Frau mit den Goldenen Händen“, rühmen sie ihre Patienten. Sie ist stolz darauf: „Auch wenn ich meinen Beruf ehrlicherweise überhaupt nicht mag!“

(Ende)

 

Bericht aus China — Die Frau mit den Goldenen Händen (2)

Für Dr. Lu Jing ist das einzigartig: „Immer mehr werden es schaffen, aus den traditionellen Karriere-Möglichkeiten für Blinde aus zu brechen“, schwärmt sie nicht ohne Wehmut in der Stimme. Sie hatte diese Chance nicht.

Zwar sind Blinde im Gegensatz zu geistig Behinderten in China voll in die soziale Gemeinschaft integriert. Aber ihre traditionellen Berufsfelder beschränken sich immer noch auf das Pianostimmen, leichte Handwerksarbeiten oder die medizinische Ausbildung zum Masseur, Akupunkteur oder Physiotherapeut.

Dabei sind Chinesen besonders stolz auf die künstlerischen Leistungen von Blinden: Der erste geschichtlich erfasste blinde Musiker, Shi Kung, lebte im 6. Jahrhundert vor Christus. Eines der populärsten chinesischen Musicals wurde in der ersten Hälfte des 20. Jahrhundert vom blinden Komponisten Hua Yanjun, vom Volksmund „Blinder Ah Bing“ genannt, komponiert. Und die traditionelle chinesische Massage ist schon 230 Jahre vor Christie Geburt von blinden chinesischen Ärzten erfolgreich angewandt worden.

Aber Dr. Lu Jings Wunsch war es keineswegs sich zur Ärztin für traditionelle chinesische Massage ausbilden zu lassen. „Mein Traum war es, Pädagogin für Mathematik und Englisch zu werden. Aber ich hatte nicht den Mut, das durch zu setzen.“ Als einzige Blinde unter vier Geschwistern wollte sie niemanden zur Last fallen. Die in Nanjing in der Provinz Jiangsu speziell für Blinde geschaffene Massageschule war deshalb für sie die einzige Möglichkeit, später einmal auf eigenen Füßen stehen zu können. Dort lernte sie auch ihre beste Freundin, Gu Xiaosu kennen, die erfolglos versucht hatte, aus dem vorgegebenen Schema für Blinde auszubrechen.

Gus Vater und Mutter hatten ihre einzige Tochter ermutigt, Ingenieurwesen zu studieren. „Ich habe nach der normalen Schulzeit drei Jahre lang die Technikerschule besucht. Mein Vater, der selbst Ingenieur ist, unterstützte mich. Aber es war nicht das, was ich wirklich wollte.“ Die junge Frau gab schließlich auf und ließ sich ebenfalls zur Ärztin für Rückenleiden umschulen. Ihrem Traumberuf hängt sie immer noch nach: „Schauspielerin wollte ich werden. Völlig aussichtslos“, kommentiert sie traurig.

Nach dem Examen gingen die Wege beider Frauen auseinander. Dr. Lu Jing perfektionierte ihre Massagetechniken sechs Jahre lang in Shanghai. Dort lernte sie in einer Massageklinik ihren ebenfalls blinden Mann kennen und ging mit ihm in seine Heimatstadt Suzhou in der Nähe von Shanghai. Dr Gu Xiaosu, war nach dem Examen fast ein Jahr lang arbeitslos. Sie hielt sich mit Therapien für Freunde übers Wasser. Jahre später führte der Zufall beide Frauen in Suzhou wieder zusammen.

( Fortsetzung folgt… )

 

Happy 牛 Year!

Seit dem 1.1.2009 ist ein Begrüßungswort durch SMS, Email, Nachrichten via MSN in China schnell populär geworden, nämlich “Happy 牛 Year”. Noch ein paar Tage dann beginnt das chinesische Neujahr — das Jahr des Ochsen(牛). Auf Chinesisch wird 牛(niu)genau wie “new” in Englisch ausgesprochen, somit haben mit diesem Wortspiel die Chinesen ihren Familien, Freunden und Arbeitskollegen zum Neujahr 2009 nach westlichem Kalender und dem kommenden Jahr des Ochsen nach dem chinesischen Mondkalender ihre Glückwünsche ausgesprochen.

Im vergangenen Jahr 2008 hatten die Chinesen viel erlebt, es brachte Freude und auch Leid, Unrecht und auch Stolz, China öffnet sich Jahr um Jahr zunehmend, die Welt blickt immer mehr auf China. Bei der Zeremonie der Olympischen Spiele wurde ein 2000 Jahre alter Grundgedanke aus der chinesischen Philosophie präsentiert — Harmonie. Nun zeigt dieses ganz kurze Begrüßungswort auch den chinesischen Humor. Es spielt eine kleine Rolle indem es die Harmonie zwischen den Sprachen, Kulturen und ihren gemeinsamen menschlichen Gefühlen wiederspiegelt.

„Ochse“ im chinesischen Horoskop bedeutet Fleiß, Freundlichkeit und Belastungen zu ertragen ohne zu nörgeln. In der Umgangssprache wird 牛 auch Bedeutungen wie top, super, viel Glück zugeschrieben. Also wünschen wir kurz vor dem chinesischen Neujahr allen Freunden der Han Akademie und allen Freunden, die sich für die chinesische Kultur interessieren “Happy 牛 Year”!

 

Das Chinesisches Horoskop

Das chinesische Horoskop hat im Gegensatz zum europäischen Horoskop keine Widder, Jungfrau,
Löwen, usw. sonder haben Drachen, Affen, Tiger, usw.. Die Asiaten richten sich mehr noch dem
Mond als nach der Sonne. Auch ist der Zyklus des asiatischen Horoskops anderes als beim
europäischen. Im asiatischen zählt man immer in Jahren und im europäischen je Monat.
Die Entstehung des chinesischen Tierkreiszeichen kann man in vielerlei Hinsicht erzählen, da es viele
verschiedene Sagen gibt.
So sagt man sich, dass Buddha am Neujahr ein Fest veranstaltet hat und alle Tiere dazu einlud.
Doch es kamen nur 12 Tiere zum Fest und als Belohnung für den weiten Weg hat Buddha jedem Tier
die Aufsicht für ein Jahr gegeben. Die Reihenfolge wurde nachdem Erscheinen der Tiere bestimmt.
So kam die Ratte als erstes und somit hatte die Ratte das erste Jahr. Danach kam der Büffel, der
Tiger, der Hase, der Drache, die Schlange das Pferd, das Schaf (die Ziege), der Affe, dann der
Hahn, der Hund und als letztes erschien das Schwein. Auch gibt es diese Version mit einem
Berühmten Jade Kaiser, welcher die Tiere einlud. Alle Legenden haben aber meist den selben
Inhalt, doch sie unterscheiden sich nur ganz gering voneinander.

Der nächste Bericht wird dann über die einzeln Tiersternzeichen sein und deren Bedeutung.

 

Eröffnung des Han Akademie Blogs

Herzlich Willkommen beim Han Akademie Blog!